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Welche Rechtsform ist für meine Gründung die richtige?

Veröffentlicht am 9. Mai 2018

Gründer entscheiden sich oft für eine günstige, unbürokratische Rechtsform. Das Problem dabei: Wenn etwas schiefgeht, haften sie schnell mit ihrem persönlichen Vermögen. Die Pros und Kontras der geläufigsten Rechtsformen.

Die kleine Lösung: Einzelunternehmen

Einzelunternehmer müssen kein Mindestkapital aufbringen und sind nicht nur Inhaber, sondern auch Leiter ihrer Firma. Ein typischer Einzelunternehmer ist der eingetragene Kaufmann, die bundesweit häufigste Unternehmensform. Die Gründung kostet rund 200 Euro Gebühren, inklusive Gewerbeanmeldung und einem Eintrag ins Handelsregister. Der Haken: Einzelunternehmer haften mit ihrem privaten Vermögen.

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Der Selbstläufer: Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Eine GbR entsteht automatisch, sobald mindestens zwei Unternehmer zusammenarbeiten und keine anderen Vereinbarungen treffen. Der Vorteil: Die Gründung ist unkompliziert und unbürokratisch, Gründer müssen keine Gewerbe- oder Körperschaftsteuer zahlen. Der Nachteil: Gründer haften mit allem, was sie besitzen, und zwar nicht nur für ihre eigenen Fehler, sondern auch für die der Mitgründer.

Handelsgemeinschaft: Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Eine OHG ist der GbR sehr ähnlich. Allerdings bringt diese Rechtsform mehr Bürokratie mit sich: So sind Gründer buchführungspflichtig. Außerdem muss die OHG im Unterschied zur GbR ins Handelsregister eingetragen werden. Ihr Vorteil: Sie genießt bei Kapitalgebern höheres Ansehen als die GbR.

Zweiklassengesellschaft: Kommanditgesellschaft (KG)

Die KG ist wie die GbR und die OHG eine Personengesellschaft, allerdings kommt sie mit zwei Typen von Gesellschaftern daher: Zum einen gibt es die Komplementäre, die persönlich und unbegrenzt haften. Zum anderen gibt es die Kommanditisten, die sich finanziell am Unternehmen beteiligen, aber lediglich mit ihrer Einlage haften – dafür sind sie von der Geschäftsführung ausgeschlossen.

Der Klassiker: Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Die GmbH ist keine Personen-, sondern eine Kapitalgesellschaft und hat den Vorteil, dass sie Firmen- und Privatvermögen trennt. Wenn das Unternehmen pleite geht oder verklagt wird, haften die Gründer lediglich mit ihrem Firmenkapital. Dessen Höhe wiederum ist vorgeschrieben: Mindestens 25.000 Euro müssen Unternehmer bei der Gründung aufbringen. Außerdem werden Gewerbe- und Körperschaftsteuer fällig. „Durch die begrenzte Haftung der Gründer ist die GmbH jedoch besonders empfehlenswert“, meint Rechtsanwalt Prof. Dr. Stephan R. Göthel von der Hamburger Anwaltsboutique Pier 11.

Der Zwitter: GmbH & Co. KG

Diese Form verschachtelt die GmbH und die KG miteinander. Da es sich um eine Personengesellschaft handelt, fällt bei dieser Lösung keine Körperschaftsteuer an. Weiterer Vorteil: Der voll haftende Komplementär der KG ist die GmbH, und deren Inhaber wiederum haften nicht persönlich. Nachteil: Gründung und Verwaltung sind aufwendig.

Ein-Euro-Lösung: Unternehmergesellschaft (UG)

Schon ab einem Euro Stammkapital können Gründer eine haftungsbeschränkte UG ins Leben rufen, die eine Variante der GmbH ist und daher auch gern Mini-GmbH genannt wird. Ein Viertel der Gewinne darf jedoch nicht ausgeschüttet werden, sondern muss in die Rücklage fließen – und zwar so lange, bis dort mindestens 25.000 Euro zusammenkommen. „Eine UG ist grundsätzlich ebenso empfehlenswert wie die GmbH, jedoch aufgrund des geringen Stammkapitals im Markt weniger angesehen“, gibt Rechtsanwalt Prof. Dr. Stephan R. Göthel zu bedenken.

Die große Lösung: Aktiengesellschaft (AG)

Die AG eignet sich für Gründer, die eines Tages an die Börse gehen möchten. Ihre Eigentümer, die Aktionäre, zahlen Kapital ein, sie wählen einen Vorstand, der jedes Jahr Rechenschaft ablegen muss. Das Startkapital beträgt 50.000 Euro.

Die ganz große Lösung: Europäische Aktiengesellschaft (SE)

Die Rechtsform SE ähnelt in vielen Punkten der AG. Die wichtigsten Unterschiede: Mit 120.000 Euro Startkapital ist sie ein teures Vergnügen. Dafür kann die SE ihren Sitz von einem Staat der EU in einen anderen beliebig verschieben, und ihre Gründer haften nur mit dem Firmenvermögen. Die Gründung einer SE bietet sich vor allem für internationale Konzerne an, die mit einer geschickten Standortpolitik Kosten sparen wollen.

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