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Gründungszuschuss: So gelingen Antrag und Verlängerung

Veröffentlicht am 9. Mai 2018

Der Gründungszuschuss erleichtert den Start in die Selbstständigkeit. Wer bekommt die Förderung? Was ist beim Antrag zu beachten? Wie verlängert man? Wichtige Tipps in der Übersicht.

Es gibt Menschen, deren größter Traum ist es, sich eines Tages selbstständig zu machen. Andere denken nicht im Traum daran – bis sie plötzlich ihren Job verlieren und sich neu orientieren müssen. Immer mehr Arbeitslose sehen in der Selbstständigkeit eine attraktive Alternative zu Hartz IV. Das zeigt der aktuelle Gründungsmonitor der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

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Der Gründungszuschuss soll solchen Gründern helfen, die ersten Monate der Selbstständigkeit zu überbrücken. Bis Ende 2011 hatte jeder Bezieher von Arbeitslosengeld I einen Rechtsanspruch auf die Finanzhilfe. Seit der Reform im Jahr 2012 ist der Gründungszuschuss nur noch eine Ermessensleistung. Diese kann das Amt auch verweigern.

Wer bekommt Gründungszuschuss?

Wer den Gründungszuschuss erhalten möchte, muss deshalb beim Antrag einiges beachten. „Zunächst sollten Gründer prüfen, ob sie die formalen Voraussetzungen erfüllen“, sagt Sebastian Thoms, Steuerberater aus Hamburg. Den Zuschuss bekommt nur, wer mindestens einen Tag lang Arbeitslosengeld I bezogen hat, noch mehr als 150 Tage Anspruch auf ALG I hat und nicht älter als 65 Jahre ist.

Außerdem gilt der sogenannte Vermittlungsvorrang. Das bedeutet, dass die Suche nach einem Angestelltenverhältnis wichtiger ist als der Sprung in die Selbstständigkeit. Die besten Chancen auf den Zuschuss hat also, wer auf dem Arbeitsmarkt schwer vermittelbar ist und zugleich einen durchdachten Plan für seine Gründung vorlegt.

Der Businessplan: Zwischen hochspielen und tiefstapeln

Wie Erfolgversprechend das geplante Vorhaben ist, prüft die zuständige Arbeitsagentur im zweiten Schritt. Dafür muss der Gründer einen Business- und Finanzplan vorlegen. Er muss das Vorhaben detailliert darstellen sowie den Markt und die Zielgruppen skizzieren. Außerdem muss er die Kosten und Erlöse für die kommenden 24 Monate aufzeigen.

Gründer sollten beim Schreiben im Hinterkopf behalten, dass das Amt auch prüft, ob der Antragsteller in der Anfangsphase überhaupt Geld benötigt. „Wenn der Businessplan in den ersten sechs Monaten hohe Gewinne voraussagt, wird der Antrag voraussichtlich abgelehnt“, sagt Thoms.

Tiefstapeln sollten Gründer aber auch nicht. Schließlich muss der Businessplan überzeugen. Gleichzeitig müssen Gründer auch eine sogenannte Tragfähigkeitsbescheinigung vorlegen. Damit bestätigt ein unabhängiger Berater, dass er das Geschäftsmodell und den Businessplan für umsetzbar hält.

Das Gutachten: Experte gefragt

Ein solches Gutachten können beispielsweise die Industrie- und Handelskammern ausstellen sowie Handwerkskammern, Gründungszentren, Fachverbände oder Steuerberater. Die Institute erheben für ihre Stellungnahmen oft eine Gebühr, die je nach Umfang der Unterlagen zwischen 50 und 300 Euro beträgt.

Die Wahl des Gutachters steht den Gründern frei. In der Praxis gilt oft: Je besser sich der Gutachter mit dem Thema Gründung auskennt, desto höher ist die Chance, dass die Arbeitsagentur den Antrag bewilligt.

Die Grundförderung: Arbeitslosengeld plus 300 Euro

Sobald alle Unterlagen beim Amt eingegangen sind, heißt es Warten auf die Antwort der Bundesagentur für Arbeit. Sie trifft in der Regel nach rund drei Wochen ein. Wird der Antrag abgelehnt, können Gründer innerhalb eines Monats kostenlos Widerspruch gegen diese Entscheidung einlegen.

Bewilligt die Arbeitsagentur den Zuschuss, so erhalten Gründer sechs Monate lang die sogenannte Grundförderung. Diese besteht aus einem Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengelds sowie einer Pauschale von 300 Euro pro Monat für Sozialversicherungsbeiträge.

Die Verlängerung: Bewerbung für Phase zwei

Läuft die Förderung aus, können Gründer einen zweiten Antrag stellen: Wird dem stattgegeben, zahlt die Bundesagentur für Arbeit für weitere neun Monate den monatlichen Betrag von 300 Euro für die Sozialversicherung. Dafür müssen Gründer beschreiben, wie die ersten Monate der Selbstständigkeit gelaufen sind, sowie erneut eine Prognose der Geschäftsentwicklung für das nächste Jahr abgeben.

Anders als beim ersten Antrag schreibt das Arbeitsamt diesmal keine Überprüfung durch eine neutrale Instanz vor, sondern verlässt sich auf die Selbsteinschätzung der Gründer – und die Erfolge der ersten fünf Monate.

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