Top Treffer für „

Kein Treffer. Bitte überprüfen Sie Ihre Suche.


Ihre Sparkasse

Finden Sie weitere Informationen bei Ihrer Sparkasse vor Ort.

Schliessen

Erfolgsfaktoren der Abrechnung

Regina Granz - Abrechnungsexpertin DIE ZA

Regina Granz – Abrechnungsexpertin DIE ZA

Studium geschafft! Assistenzzeit erfolgreich beendet oder noch dabei? Vielleicht schon in eigener Praxis tätig? Jetzt heißt es: Patienten behandeln, endlich alles Erlernte praktisch und fachlich anwenden. Da ist die Dokumentation – zugegeben – sicherlich nicht gerade ein super spannendes Thema und dann auch noch mit dem Beigeschmack „Pflicht-Übung“! 

„Wer schreibt, der bleibt!“ – in diesem Fall kein leeres Sprichwort!

Denn wer genauer hinschaut, sich mit dieser Materie eingehend beschäftigt, wird schnell erkennen, welches Potenzial hinter einer umfassenden und korrekten Dokumentation steckt.

Die Generierung von Einnahmen ist die wichtigste Stellschraube zur Sicherung des Praxiserfolges. Damit Sie tatsächlich verdienen, was Sie verdienen. Unsere Erfahrungen im täglichen „Abrechnungsleben“ zeigen, dass häufig nicht oder nur unzureichend dokumentiert wird. Das führt unter anderem zu massiven Honorarverlusten!

Rechtliche Grundlagen

Es stellt sich immer wieder die Frage, was alles dokumentiert werden muss. Die Antwort ist relativ einfach: Nur was dokumentiert ist, kann und darf auch abgerechnet werden!

  • Die Dokumentation muss immer so vollständig und gewissenhaft sein, dass jederzeit eine dritte Person (KZV, Gutachter, Anwalt, Richter) die gesamte Behandlung inkl. Aufklärung, Materialien und den Abrechnungspositionen nachvollziehen kann (Quelle: ALEX).
  • Die Dokumentation im PC muss inhaltlich mit der Dokumentation in der Karteikarte übereinstimmen.
  • Ein Nachtrag aus der Erinnerung heraus, unter dem Aspekt der ausdrücklichen Kennzeichnung als Ergänzung (WICHTIG: Datum des Nachtrags notieren!), gilt als rechtlich unbedenklich.
  • Von Manipulation der Einträge im Nachhinein ist dringend abzuraten (Veränderungen bleiben sichtbar)!

-> Reine Leistungsdokumentation in Positionsform gilt als nicht erbracht!

Die Dokumentation ist wie ein Tagebuch über die tägliche Arbeit am jeweiligen Patienten zu verstehen.

Eine lückenlose Dokumentation beinhaltet die gesamte Behandlung des Patienten wie

  • Befundaufnahmen und Diagnosen
  • Beratungsinhalte
  • Therapievorschläge und Abläufe
  • Die Therapieauswahl des Patienten und ggf. auch deren Ablehnung
  • Die erfolgte Behandlung mit den verwendeten Materialien
  • Hinweise zum Verhalten und für weitere Termine

Nach folgenden Gesichtspunkten sollte die Dokumentation strukturiert sein:

Chronologie/Übersichtlichkeit

Die Leistungen sollten in der richtigen Reihenfolge dokumentiert werden.

  • Erst eine Anästhesie zu dokumentieren und danach die Vitalitätsprüfung des Zahnes, ist wenig sinnhaft und führt bei Prüfungen zu Kürzungen;
  • ebenso zuerst den Wurzelkanal aufzubereiten und dann den Zahn zu eröffnen.

Vollständigkeit

Sämtliche durchgeführten Leistungen inklusive der Schwierigkeit und des Zeitaufwandes bei der Durchführung der Leistung sollten dokumentiert sein.

  • Im privaten Bereich ist es u. U. ein Unterschied, ob eine Beratungsleistung des Patienten 5 Minuten, eine Viertelstunde oder länger gedauert hat.
  • Telefonate in der Praxis: Mal eben einen Patienten anrufen oder den hausärztlichen Kollegen, um einen Krankheitsbefund zu besprechen … Die Ä1 (als telefonische Beratung) nicht berechnet: Dann fehlen gleich ca. 10 Euro im Portemonnaie. Das Konsil (Behandler tauschen sich über einen Patienten aus) vergessen zu dokumentieren: Hier fehlen schnell um die 14 Euro.
  • Noch mal eben die Vitalität der Zähne überprüft: Hier muss die Methode und die getestete Zahnregion mit Ergebnis dokumentiert werden. Unzureichend dokumentiert: Geld futsch!

Verständlichkeit

Die Dokumentation muss für alle im Team verständlich sein. Auch ein unabhängiger Dritter sollte die Behandlung nachvollziehen können. Werden Dokumentationskürzel verwendet, sollten diese von allen im Team genutzt werden. Eine entsprechende Liste mit den Kürzeln sollte zur Dokumentation angelegt und ins Qualitätsmanagement im Bereich der Behandlungs-Checklisten überführt werden.

Korrektheit

Nur tatsächlich erbrachte Leistungen dürfen dokumentiert werden. Bei der Verwendung von Leistungsketten/-komplexen oder bei der Übernahme der Daten vom Therapieplan droht die Gefahr, dass auch nicht erbrachte Leistungen den Weg in die Abrechnung finden.

Tipp: Eine optimale Wertschöpfung in der täglichen Praxis ergibt sich aus der Behandlung, der lückenlosen Dokumentation, der Mithilfe des gesamten Teams und dem Fachwissen aus der Abrechnung. Das bedeutet:

  • Sich als Behandler Grundkenntnisse in der Abrechnung aneignen. Das meiste Geld wird auf dem Weg vom „Tun“ bis in die Karteikarte/ins Softwaresystem verschenkt. Gut ist, wenn man selbst eine Idee davon hat, dass genau dieser Behandlungsschritt eine Abrechnungsposition auslöst.
  • Teambesprechungen nutzen, um Behandlungsabläufe zu klären und Fragen zu beantworten.
  • Eigene Dokumentationskomplexe entwickeln und in die Software implementieren. Viele Systeme bieten heute umfassende Möglichkeiten zur Erleichterung des Dokumentationsumfangs.
  • Die Abrechnungskraft immer mal wieder im Behandlungszimmer hospitieren lassen, damit Behandlungsabläufe und Materialeinsätze klar werden.
  • Neuerungen aufgreifen und besprechen sowie auch die dazugehörige Honorargestaltung und betriebswirtschaftliche Kalkulation von Leistungen.
  • Materialien richtig erkennen, Preise regelmäßig AKTUALISIEREN! Hier droht auch viel Verlustpotenzial.
  • Kommentare zu einzelnen Abrechnungspositionen erfassen und verknüpfen, damit die Dokumentation mittels PC-System leichter und schneller von der Hand geht.

Dokumentation macht Spaß, erleichtert die tägliche Arbeit und lohnt sich, wenn alle mitdenken und mithelfen!

In diesem Sinne
Ihre Regina Granz