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Mit digitaler Unterstützung gesünder essen – im Büro und zu Hause

Frischepost Gründerinnen Juliane Willing und Eva Neugebauer

Frischepost Gründerinnen Juliane Willing und Eva Neugebauer

Juliane Willing und Eva Neugebauer sprudeln vor geschäftlichen Ideen: Die beiden Hamburger Unternehmerinnen haben 2015 den Online-Hofladen Frischepost gegründet. Ihr Konzept verbindet digitale Technik und regionale nachhaltige Landwirtschaft miteinander. So kommen Lebensmittel frisch, regional, saisonal und klimafreundlich ins Büro oder nach Hause.

Für Unternehmen hat Frischepost einen „intelligenten Kühlschrank“ fürs Büro entwickelt. Mit einer App werden Salate, belegte Stullen oder frisch gekochte Gerichte bestellt, wird der Kühlschrank kontaktlos geöffnet und bargeldlos bezahlt. Dank RFID-Technologie werden die Einkäufe bei der Entnahme aus dem „Smart Fridge“ erfasst und automatisch gespeichert – eine Innovation, die es möglich macht, im Büro ohne Infektionsrisiko zu essen. „Corona erfordert kreative Lösungen“, begründet Eva Neugebauer die Neuerung. „Durch die Digitalisierung aller Abläufe bekommen unsere Geschäftskunden genau das, was sie sich in diesen Zeiten wünschen: eine kontaktlose Kantine mit gesunden Lebensmitteln für ihre Belegschaft.“

Jedes Elektrofahrzeug hat einen eigenen Namen und einen lustigen Spruch auf der Seite. Hier das Auto „Martha“.

Jedes Elektrofahrzeug hat einen eigenen Namen und einen lustigen Spruch auf der Seite. Hier das Auto „Martha“.

Digitalisierung lohnt sich

Digitalisierung steht bei vielen Hamburger Betrieben seit Jahren auf der Agenda. Das Geschäft effizienter aufstellen, Prozesse beschleunigen, Daten intelligent vernetzen – Ansatzpunkte gibt es auf jeder Unternehmensebene. Und Digitalisierung lohnt sich. Das wissen Mittelständler, die gute Rechner sind: Vier von zehn Unternehmen haben durch digitale Projekte ihren Absatz und Umsatz gesteigert, so das Ergebnis einer Studie der Telekom Deutschland. 47 Prozent haben ihren Service und die Produktqualität verbessern können.

Trotzdem ging die Realisierung digitaler Projekte gerade bei kleineren Firmen lange Zeit nur stotternd vor sich. Das lag auch an der guten Konjunktur, stabilen Margen und fehlendem Leidensdruck. Bis COVID-19 ausbrach. Die Corona-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen haben auf die Digitalisierung im Mittelstand wie ein Turbo gewirkt. Auch in Hamburg. Fertigungsbetriebe haben fahrerlose Transport- und Materialfluss-Systeme eingeführt, ihre Techniker mit Datenbrillen ausgestattet, auf die zur Arbeitsunterstützung Videos projiziert werden, oder haben auf Remote-Support umgestellt, um ortsunabhängig Instandhaltung zu gewährleisten.

Um Digitalisierungsprojekte voranzutreiben gibt es gerade für kleine und mittlere Unternehmen eine Reihe von Förderprogrammen. Die Palette reicht von finanzieller Unterstützung über Beratungsleistungen bis hin zu Zuschüssen und Bürgschaften. Zudem gibt es mit EXIST ein Förderprogramm, mit dem das Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie das Gründungsklima an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen verbessern sowie Anzahl und Erfolg technologieorientierter und wissensbasierter Unternehmensgründungen erhöhen will. Von dem Programm profitierten auch Juliane Willing und Eva Neugebauer.

Deren „Smart Fridge“ kommt gut an: Einige Unternehmen haben schon so einen modernen Kühlschrank aufgestellt, zum Beispiel Albis Distribution und die Beratungsfirma Sopra Steria. Auch wenn sich dieser Teil des Geschäfts wegen der Corona-Pandemie deutlich reduziert hat, weil zahlreiche Firmen ihre Beschäftigten zum Teil ins Homeoffice oder in die Kurzarbeit geschickt haben, boomt Frischepost. Denn gerade weil so viele Menschen zu Hause bleiben, lassen sich immer mehr Privathaushalte mit nachhaltig produzierten Lebensmitteln von landwirtschaftlichen Betrieben aus der Region beliefern. Obst, Fleisch, Backwaren, Naturkosmetik – Frischepost übernimmt den kompletten Wocheneinkauf mit seinen E-Mobilen.

Juliane „Jule“ Willing beim Befüllen eines kiekmo-Schließfachs in einer Haspa-Filiale.

Juliane „Jule“ Willing beim Befüllen eines kiekmo-Schließfachs in einer Haspa-Filiale.

Lieferung über kiekmo-Schließfach in Haspa-Filialen

Wer nicht zu Hause ist, kann sich seine Bestellung auch über die kiekmo-Schließfächer in zahlreichen Haspa-Filialen liefern lassen. „Die Kunden entscheiden selbst, wann und wo sie die Lieferung in Empfang nehmen. Wer in Hamburg arbeitet, aber außerhalb des Liefergebietes wohnt, kann über die kiekmo-Fächer zum Beispiel auf dem Heimweg seine Waren abholen“, sagt Eva Neugebauer. Frischepost hinterlegt die Lebensmittel in einem Fach und sendet den Öffnungscode an den Besteller. Der öffnet später das Fach mit seinem Smartphone. Die Stadtteil-App kiekmo ist kostenlos – ebenso wie die Schließfach-Nutzung für 24 Stunden.

Mit dem digitalen Angebot und flexiblen Lieferwegen begeistern die 85 Frischepost-Mitarbeiter inzwischen rund 10.000 Privat- und 250 Firmenkunden. Seit fünf Jahren ist das Unternehmen erfolgreich am Markt und expandiert vom Hauptsitz Hamburg aus: Nach Rhein-Main, Berlin und München soll es auch in Köln bald einen Standort geben. Damit weitere folgen können, suchen die Gründerinnen derzeit nach neuen Partnern. Damit sie zum Konzept der ganzheitlichen nachhaltigen Lieferkette passen, werden sie „handverlesen“.

Das IT-Team des jungen Unternehmens tüftelt derweil bereits an weiteren digitalen Innovationen. Eva Neugebauer: „Gerade im B2B-Geschäft muss man technologisch möglichst immer einen Schritt schneller als die Wettbewerber sein.“ Die selbst entwickelte Software von Frischepost soll künftig als Plattform auch an andere Unternehmen vermietet werden.

Tipp:
Wer auch kiekmo-Partner werden möchte, kann sich an Claudia Söhngen unter Telefon 0170 4531148 oder per E-Mail an claudia.soehngen@haspa-next.de wenden.